Arbeiter mit Sargdeckel
eiserner Sarg
Kindersarg aus Kupferblech
Die Bergung der Holzsärge
war nur mit Schutzanzügen und
Atemschutzmasken möglich.
Der gusseiserne Sarg - hier vor der Einhausung -
ist eigentlich weiß mit Vergoldungen.
Kindersarg aus Kupferblech.
Die einzelnen Goldbuchstaben platzen bei Berührung ab.

Särge der Reußen zur Restauration - Sonderförderprogramm des Denkmalschutzes

Von OTZ-Redakteur Uli Drescher Schleiz.

Die Fürstengruft in der Bergkirche in Schleiz ist verwaist. Sämtliche Särge mit Ausnahme eines gemauerten Kindersarges und eines sehr schweren gusseisernen Sarges wurden zur Restauration abtransportiert. Die Gruft soll noch in diesem Jahr baulich saniert werden.

"Wir sind mit der Bergkirche in ein Sonderförderprogramm des Denkmalschutzes gekommen", berichtet Pastorin Christiane Winterberg. Grund dafür seien insbesondere die Kupferblechsärge der Reußen, die in der Gruft bestattet sind. "Solche Särge sind in Thüringen sehr selten", so die Pastorin. Das Fördervolumen ist insgesamt 200 000 Euro, davon 100 000 Euro vom Bund, 50 000 vom Land Thüringen und der Rest ist Eigenanteil der Kirche. 40 000 Euro trägt davon die Landeskirche, 10 000 Euro die Kirchgemeinde Schleiz. "Das ist viel für uns, denn wir finanzieren ja auch die Sanierung des Altars in der Stadtkirche mit", merkt Christiane Winterberg an. Allerdings sei das Förderprogramm für die Bergkirche ein einmaliges Angebot, zu dem man nicht Nein sagen könne.

Für das Geld soll nun die zweite Schwammsanierung in der Kirche gemacht und noch in diesem Jahr die Gruft von außen und innen instand gesetzt werden.

Wer die seltene Gelegenheit hatte, die eine noch vorhandene Gruft zu besichtigen - eine musste bereits zurückgebaut werden - wird über den augenblicklichen Zustand wohl erschrocken sein. Von unten, oben und von den Seiten dringt Feuchtigkeit ein, bei Regen tropft es regelrecht von der Decke, berichtet Bergkirchnerin Ulla Enderlein. Das ist auch der Grund, dass die Särge in einen maroden Zustand sind. Insgesamt standen in der Gruft neben einigen Holzsärgen bisher zwölf Kupferblechsärge, drei Zinkblechsärge und der bereits erwähnte gusseiserne, der aufgrund seines Gewichtes vor Ort saniert werden soll. Die Metallsärge werden nicht auf einmal restauriert sondern in mehreren Jahren, je nachdem, wie der Denkmalschutz es finanzieren kann, so Pastorin Winterberg. Restauriert werden die historisch wertvollen Stücke in der Metallrestaurationswerkstatt von Prof. Bernhard Mai in Erfurt.

Die Holzsärge hat nach Auskunft von Pastorin Winterberg die Familie Reuß geholt und zeichnet für die Restaurierung bzw. Umsargung verantwortlich. Das Haus Reuß will sich an der Finanzierung, die allein in diesem Jahr bei allen Särgen insgesamt 35 000 Euro kosten wird, selbst mit 3 500 Euro beteiligen.

Wenn die Särge restauriert worden sind, sollen sie wieder in der Gruft zu sehen sein. Die Gruft wird dann auch bei Führungen für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

OTZ 03.04.2009

gewoelbter Raum Auch ohne spezielle Kenntnisse ist deutlich zu erkennen,
was es in dem Gruftgewölbe zu tun gibt.
Die Fotos entstanden bei trockenem Wetter.
Mit Regen sieht es ganz anders aus!!!
gewoelbter Raum