Bergkirche St. Marien zu Schleiz

Die Geschichte der Bergkirchenorgel in Zahlen:



1435 wird erstmals eine Orgel erwähnt, ohne nähere Angaben.

1445 stiftet der Schleizer Bürger Dietrich Reiher 10 alte Schock Groschen für die Bergkirche und ebenso viel für die Orgel.

1466 Orgelbau von Hans Kluge, Bemalung durch Konrad Rabe,
„sie wurde von Konrad Rabe bemalt und einem Mönch aus Pößneck probiert“

1500 Orgelbaumeister Sewaldt Munecker aus Bayreuth baut vom 17.3. bis 26.12. eine Orgel mit 8 Stimmen, im Hauptwerk vier Register, zwei im Rückpositiv (die Werke „an sich selbst“ wurden seinerzeit als Stimmen gezählt). Er erhält dafür Material, Zuarbeiten und 60 Rheinische Gulden.
Für das Gehäuse und die Verkleidung mit Verzierungen waren die Kirchenväter zuständig.

1639 wird Jakob Schädlich aus Joachimsthal in Böhmen zum Bau eines neuen Orgelwerkes verdingt, welches sein Sohn Andreas 1640 setzte.

1777 Orgelbauer Trampeli aus Adorf repariert die Orgel, nachdem sie zwischenzeitlich von verschiedenen Orgelbaumeistern gepflegt wurde. 

1896 Ernst Poppe aus Roda (Stadtroda) baut ein pneumatisches Orgelwerk in das alte Gehäuse, welches er an der Basis rechts und links aus technischen Gründen erweitern musste. Ihre Weihe erfolgte 1897.

1945 am Sonntag, dem 15. April, frühmorgens bei strahlendem Sonnenschein legt eine Panzergranate der vorrückenden Amerikaner die Orgel still.

1947 die Orgel erklingt wieder mit sechs neuen Registern, die aus der durch den Bombenangriff am 8.April 1945 zerstörten Stadtkirchenorgel stammen. Sie sollten die Klangkrone erweitern und aufhellen. Der Wiederaufbau zog sich wegen Materialmangels über zwei Jahre hin. Er wurde von Otto Poppe begonnen, und er wurde durch den aus Breslau vertriebenen Orgelbaumeister Arthur Friedrich und seinen Sohn vollendet. Weihe am 3.8.1947.

1976 Bemühungen um einen Orgelneubau durch Kantor Klaus Guericke.

1989 geplanter Einbau eines Orgelwerkes durch Orgelbau Jehmlich (Dresden)

1990 und 2003 erneute Ausschreibung des Projektes

2004 beginnt Orgelbaumeister Bernhard Kutter aus Walthershausen, später Ruhla, mit den Arbeiten zum Neubau eines mechanischen Orgelwerkes mit 24 Registern. Die Disposition ist angelehnt an die Schädlichorgel von 1639/40, verteilt auf zwei Manuale und Pedal. Auf dieser Orgel können auch Orgelwerke späterer Stilepochen gespielt werden. Die 1896/97 erfolgte Verbreiterung der Prospektbasis wurde wieder zurückgenommen.

2007 wurde am 7. Oktober die neue Orgel gewidmet und geweiht.


Die Trampeli-Orgel von 1777
Das älteste Orgelfoto - 1887 - Zu diesem Zeitpunkt stand noch
die 2. Empore neben der Orgel!


Die Poppe - Orgel von 1897 bis 2004


Die Kutter - Orgel seit 2007